Das GESW und die Stätte der Begegnung

[mg] Wir haben bereits hier von der Verabschiedung von Harald Meves, Geschäftsführer der  Stätte der Begegnung e.V., berichtet. Vieles verbindet das GESW mit der Geschwisterorganisation , die ebenfalls in Vlotho beheimatet ist. Die Bildungseinrichtungen sind nicht nur durch Kooperationsveranstaltungen verbunden, sondern auch gegenseitig in den Vorständen vertreten. Die freundschaftliche Zusammenarbeit beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die institutionelle Ebene, sondern auch die Mitarbeiter*innen kennen sich und arbeiten gerne miteinander. Bei Harald Meves‘ Verbschiedung in den Ruhestand hat neben Dr. Zbigniew Wilkiewicz aus dem Vorstand auch unsere Geschäftsführerin Birgit Ackermeier schöne Worte gefunden, die die Zusammenarbeit der Institutionen lebendig beschreiben und Harald Meves als Kollegen und Freund würdigen.

Lieber Harald,

zunächst einmal ganz herzlichen Dank für die freundliche Einladung  zu dieser ganz besonderen Feier zu Deinem Abschied aus dem aktiven Berufsleben.  

Dass wir heute neben Zbyszek Wilkiewicz aus dem GESW (vom Berg gegenüber) mit  weiteren vier Personen angereist sind, zeigt einerseits die Bedeutung, die wir diesem  Ereignis beimessen, andererseits aber auch die starke Verbundenheit auf der persönlichen Ebene und ebenso eine Verbundenheit zwischen unseren Einrichtungen.

Das Bild, das Zbyszek Wilkiewicz eben gezeichnet hat, von einem ‚eigenwilligen Kammerorchester‘, das Du humorvoll und empathisch geleitet hast, gefällt mir sehr gut. Schließlich unterscheidet sich ja ein Kammerorchester von einem großen Sinfonieorchester im Wesentlichen dadurch, dass die meisten Instrumentengruppen kleiner besetzt sind oder auch ganz wegfallen – wie z.B. das Schlagzeug – also eher das ‚Laute‘. Damit soll aber nicht zum Ausdruck gebracht werden, dass unsere Bildungseinrichtungen still und leise im Hinterzimmer spielen, ganz im Gegenteil. Durch die Akquise unserer relativ kleinen, überschaubaren Teams erreichen wir Jahr für Jahr eine ganz beachtliche Zahl von Interessent*innen und Teilnehmenden – und das, obwohl unser Standort hier im stillen, beschaulichen OWL für derlei Angebot nach heutigen Maßstäben nicht mehr der attraktivste ist! In den 70-er und 80-er Jahres sah das noch anders aus…

Aber – je kleiner ein Ensemble ist, umso größer wird die Bedeutung, die jedem einzelnen Instrument zukommt. Das betrifft die Musiker respektive die Mitarbeitenden ebenso wie diejenigen, die in den Leitungsgremien bestimmte, wichtige Aufgaben übernehmen.

Ein wichtiges Ziel neben dem Lenken und Leiten, dem richtigen Besetzen von Positionen, ist zweifellos das Aufeinander-Hören sowie das Geben und Aufnehmen von Impulsen.

Und genau das ist etwas, was Dir offensichtlich wichtig war und auch wirklich gut gelungen ist, in den 9 Jahren Deiner Vorstandstätigkeit im GESW. Für Deine Bereitschaft, im Vorstand mitzuarbeiten und insbesondere auch für die Übernahme der damit verbundenen Verantwortung möchten wir uns ausdrücklich und ganz herzlich bedanken. Es ist ja wahrhaftig nicht einfach, hierfür noch Freiwillige zu finden, die sich das in ihrer Freizeit noch ‚antun‘.

Wenn man sich die Protokolle der Vorstandssitzungen aus den letzten 9 Jahren anschaut, dann wird deutlich, dass ihr sehr gut beschäftigt ward:

Einerseits große Freude über gute Nachfrage nach externen Veranstaltungen bei gleichzeitiger Sorge, wenn daraus zuweilen Leerstand in unseren eigenen Häusern folgte.
Überlegungen zu Investitionen; Ja! Aber welche sind wirklich wichtig, was leisten wir uns, was ist nachhaltig?
Sollen wir unsere Bildungsstätte mit Unterkunfts- und Verpflegungsbetrieb erhalten oder sind wir damit unwirtschaftlich, nicht mehr ‚am Puls der Zeit‘?
Wie sieht der optimale Stellenschlüssel aus?
Wie werden sich die Förderstrukturen in der Zukunft entwickeln, welche Wege geht die politische Bildung?

Bei all den Herausforderungen, durchaus auch Sorgen, mit denen wir uns herumschlagen mussten, hast Du zunächst immer erst nachgefragt und zugehört, dann aber gute Impulse gegeben und mit uns zusammen um einen Lösungsweg gerungen. Dabei haben sich die zunächst auf rein fachlich-dienstlich beruhenden Beziehungen nach und nach zu einem freundschaftlichen Miteinander entwickelt.

Dabei haben wir alle Deinen einzigartigen Humor geschätzt und bewundert; ein Humor, den ‚Zugereiste‘ einem waschechten Ostwestfalen gar nicht zugetraut hätten.

Wir haben bei Dienstreisen – im Pkw oder im Zug – und am Rande zahlreicher Tagungen die Gelegenheit genutzt, um uns über aktuelle Entwicklungen, Probleme oder auch positiv Verlaufendes, neue Projekte, Fördermöglichkeiten, usw. auszutauschen. In diesen Gesprächen habe ich großes Vertrauen gespürt und sie waren für mich stets eine enorme Bereicherung. Du warst immer sehr hilfsbereit, um ein Problem oder eine Schieflage aus einer anderen, Deiner Perspektive zu betrachten. Das half dabei, selbst etwas Abstand zu gewinnen und die Dinge wieder ins Gleichgewicht zu bringen.  

Nicht allein – aber ganz bestimmt auch – haben diese Gespräche zu einer verstärkten Kooperation beigetragen.

Zuvor wurde über Jahre hinweg zwar darüber gesprochen, dass es ja durchaus sinnvoll sein könnte, wenn Stätte und GESW gemeinsame Interessen ausloten und stärker als zuvor kooperieren würden, aber erst unter Deiner Leitung haben diese Überlegungen Fahrt aufgenommen. Du hast ‚dein Orchester‘ darauf eingestimmt, unsere ‚Konzertsäle‘ für Eure Veranstaltungen doch einmal in Betracht zu ziehen und wir haben uns bemüht, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Inzwischen weiten sich die kollegialen Verknüpfungen aus – vielleicht können wir auch schon von einem kleinen Netzwerk sprechen – und wir alle hoffen – dass diese Kooperationen fortbestehen, vielleicht sogar intensiviert werden können und zu einer beiderseitigen Win-Win-Situation führen.

Ich möchte mich bei Dir ganz herzlich für all die guten Gespräche, Impulse und Weichenstellungen bis hin zu der jetzt gelebten Kooperation zwischen unseren Einrichtungen bedanken und dies ganz ausdrücklich auch im Namen meiner Kolleginnen und dem Kollegen sowie des gesamten GESW-Teams.

Wir vom Studienwerk sind ja heute in der komfortablen Situation, dass wir nicht ‚Tschüss‘ sagen müssen. Wir dürfen ja – hoffentlich – noch lange Zeit auf Deine Mitarbeit, Deine Beratung und Betreuung, Dein Kümmern, Lenken und Leiten im Vorstand des GESW hoffen.

Dennoch beginnt für Dich nun ein neuer Lebensabschnitt.
Für diesen, lieber Harald, wünschen wir Dir von Herzen, dass er ganz genau so verlaufen möge, wie Du es Dir erhoffst und wünschst.
Das Wichtigste ist dabei natürlich, dass Dir Gesundheit, Zufriedenheit und Frohsinn erhalten bleiben.
Ansonsten nutze die frisch gewonnene Freiheit und Freizeit, für all die schönen Dinge, die Dir während des aktiven Berufslebens oft verwehrt blieben.

Von Herzen alles Gute!

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