Corona-Pandemie in den EU-Ländern in Ostmitteleuropa – was läuft schief?

Dr. Gerhard Schüsselbauer

Die Corona-Lage in Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten dramatisch verschlechtert. Derzeit sterben in den Ländern Ostmitteleuropas mehr Menschen an Covid-19 als in fast allen anderen EU-Ländern. In Ungarn mit weniger als zehn Millionen Einwohnern sind täglich mitunter mehr Opfer zu beklagen als in Deutschland mit ca. 83 Millionen Menschen. Besonders ethnisch ausgegrenzte Gruppen wie die Roma sind von der Pandemie massiv betroffen.

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Covid-19-Pandemie und Globalisierung – wie wir als Menschen die Macht des Wissens nutzen und teilen können

Dr. Gerhard Schüsselbauer

„Globalisierung“ ist ein Modewort, das seit den 1990er Jahren einen phänomenalen Aufschwung erlebt hat. Mittlerweile ist es zu einem Catch-all-Begriff vor allem für alle problematischen oder gar schädlichen Entwicklungen weltweit geworden. Die Konnotation insbesondere in der deutschen Sprache ist sehr häufig negativ besetzt. Sieht man sich die Entwicklungen, die mit globalen Prozessen zu tun haben, genauer an, erkennt man sowohl eine exogene, von außen kommende Komponente, als auch endogene Prozesse. Letztere bedeuten, dass Globalisierung vor allem mit Menschen selbst und ihrem sozio-ökonomischen Verhalten zu tun haben. Selbstverständlich haben dann Menschen auch die gestalterische Kraft, die Globalisierung zu beeinflussen, denn globale Trends umfassen alle Austauschbeziehungen zwischen geografisch getrennten Akteuren – politisch, ökonomisch, sozial und kulturell.

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Welche ökonomische Zukunft für die Zeit nach der Covid-19-Pandemie in Deutschland?

Von Dr. Gerhard Schüsselbauer

Die Covid-19-Pandemie lähmt zwar weiterhin wichtige Teile der wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland, doch ist das Bild ausgesprochen heterogen. Während das Gast- und Hotelgewerbe, die Tourismus- und Reisebranche sowie Teile des stationären Einzelhandels größtenteils massiv betroffen sind, sind vor allem in der hochproduktiven Industrie ausgezeichnete Kapazitätsauslastungen zu beobachten.

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Lernen und Leben im sozialen Raum – Zukunft der politischen Jugendbildung

Von Dr. Gerhard Schüsselbauer

Ende Februar 2021 beschäftigte sich eine große Online-Konferenz, organisiert vom „Bundesausschuss politische Bildung bap“ sowie von der „Gemeinsamen Initiative der Träger Politischer Jugendbildung GEMINI“, mit der Gegenwart und Zukunft politischer Bildungsinhalte und -formate.

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Living Diversity and Shaping the Future of Europe

Von Dr. Gerhard Schüsselbauer

Was macht das Leben in Europa so besonders? Für Menschen aus nicht-europäischen Ländern und Kulturen sind es neben der reichen, konfliktreichen und kontroversen Geschichte vor allem die kulturelle Vielfalt und Sprachen, die Europa so attraktiv machen. Die Idee „Europa“ umfasst dabei viel mehr als das geographische Konzept. Vor allem in der Philosophie wurde das Konzept „Europa“ immer wieder an herausragender Stelle hervorgehoben – von John Locke über Immanuel Kant bis zu Jürgen Habermas.

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Der doppelte wirtschaftliche Abschwung durch die Covid-19-Pandemie – dramatische volkswirtschaftliche Auswirkungen in Deutschland und Europa

Von Dr. Gerhard Schüsselbauer

Eine der schwersten Rezessionen der letzten Jahrzehnte erschüttert sowohl die deutsche Volkswirtschaft als auch andere europäische Länder. Anfang 2021 wird nun klar, dass der Abschwung und dramatische wirtschaftliche Einbruch 2020 noch lange nicht überwunden sind. Wir durchleben gerade die zweite Rezessionswelle („Double-Dip Recession“), die vor allem im Dienstleistungssektor zu massiven Einbrüchen führt.

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Corona-Krise und kein(e) (W)Ende? Perspektiven der europäischen Jugendbildung

Von Gerhard Schüsselbauer

Die Arbeit der internationalen Jugendbildung befindet sich nach wie vor fest im Griff der Corona-Krise. Auch wenn nun erste umfassende Lockerungen vorgenommen wurden und die Reisefreizügigkeit im Schengen-Raum weitestgehend wieder hergestellt wurde, leiden die jugendpolitischen Aktivitäten massiv unter dem Lockdown und der mittel- bzw. langfristigen Absage vieler Begegnungs- und Bildungsmaßnahmen mit europäischer und internationaler Beteiligung. Was über viele Jahre mit großem Einsatz vieler Beteiligter aufgebaut wurde, sieht sich nun unüberwindlichen Hindernissen gegenüber.

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Polen, Tschechische Republik, Slowakei und Ungarn in Zeiten der Covid-19-Pandemie

Von Gerhard Schüsselbauer

Herablassende Kommentare in deutschen oder französischen Medien über die ostmitteleuropäischen „Sorgenkinder“ in der EU sind an der Tagesordnung. Ich habe an vielen Stellen auf die gewaltigen rechtsstaatlichen Defizite und die populistischen, ausgeprägt rechtskonservativen Politiken in unseren östlichen Nachbarstaaten hingewiesen. Gleichwohl verkennt man die Entwicklungen in diesen Ländern vollends, wobei es von wenig Empathie zeugt, die Lage nur aus der Perspektive ungewollt arrogant wirkender mittel- und westeuropäischer Journalisten und Feuilletonisten zu betrachten.

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Covid-19-Pandemie – der große externe Schock und die dramatischen realwirtschaftlichen Auswirkungen

Von Gerhard Schüsselbauer

Was unterscheidet die Finanz- und Schuldenkrise 2008/2009 von der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise, ausgelöst durch die weltweite Covid-19-Pandemie? Anders als bei der tiefen weltwirtschaftlichen Rezession vor über zehn Jahren verläuft die ökonomische Infektionskette nicht ausgehend vom Platzen der Immobilien- und Finanzierungsblase, sondern von einer massiven gesamtwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragereaktion auf einen nie dagewesenen externen Schock. 

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„Corona-Präsidentschaft“ – Erwartungen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020

Von Gerhard Schüsselbauer

Die anstehende EU-Ratspräsidentschaft wird vollkommen im Zeichen der Bewältigung der gewaltigen ökonomischen und sozialen Herausforderungen durch die rasante Verbreitung von Covid-19 und die Lähmung des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in EU-ropa stehen. Gegen die gewaltigen konjunkturellen Bedrohungen und bevorstehenden Umwälzungen verblassen geradezu die Entwicklungen im Gefolge der Schockwellen der globalen Finanz- und Schuldenkrise ab 2008. Neben den gigantischen Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung, die zu einem immensen Anstieg der Staatsverschuldung führen werden, sind hier die massiven wirtschaftlichen Einbrüche, vor allem in Südeuropa, zu kompensieren.

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