Politische Bildung zwischen Ohnmacht und Selbstwirksamkeit: Jugendliche in multiplen Krisen

Laureen Hannig

Junge Menschen wachsen heute in einer Welt auf, die von globalen Krisen, bewaffneten Konflikten und massiven gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt ist. In diesem Kontext stellen sie sich zentrale Fragen: Welchen Einfluss habe ich als Einzelne*r, wenn große Politiker, Konzerne und Institutionen die Entscheidungen treffen? Wie kann ich den Klimawandel beeinflussen, wenn die Probleme auf globaler Ebene entstehen? Diese Fragen sind nicht nur theoretischer Natur – sie berühren die Wahrnehmung von politischer Partizipation und die eigene Selbstwirksamkeit. Politische Bildung steht hier vor einer doppelten Herausforderung: Sie soll informieren und Mut machen, gleichzeitig aber auch ernst nehmen, dass Jugendliche sich oft machtlos fühlen.

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Wenn Politik zum Spiel wird – und Lernen zum Erlebnis: Planspiele in der politischen Bildung

Laureen Hannig

Lange Inputs, öde Erklärvideos, eintönige Präsentationen – so lassen sich politische Prozesse heutzutage kaum noch erfolgreich vermitteln. Der Lernerfolg bleibt oft begrenzt, weil Inhalte abstrakt bleiben und nur schwer nachvollziehbar sind. Planspiele bieten hier einen anderen Zugang, der das Verständnis politischer Abläufe spürbar vertieft. Ein Beispiel aus der Praxis im GESW ist das Planspiel zur Bundestagswahl, das neben weiteren europäischen Planspielen durchgeführt wird. Dabei erleben die Teilnehmenden nicht nur den Wahlkampf, sondern auch die Bildung einer Regierungskoalition zwischen den verschiedenen Parteien. Gleichzeitig ist die Opposition gefordert, ihre Kontrollfunktion aktiv auszuüben, wodurch politische Dynamiken direkt erfahrbar werden.

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Mitte-Studie 2025: Rechtsextremismus, Demokratie und die Verantwortung politischer Bildung

Laureen Hannig

Die neue Mitte-Studie der Universität Bielefeld und der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt ein vielschichtiges Bild: Drei Viertel der Menschen in Deutschland lehnen rechtsextreme Einstellungen ab. Gleichzeitig bleibt ein harter Kern von 3,3 % mit einem klar rechtsextremen Weltbild bestehen. Besonders relevant für die politische Bildungsarbeit ist jedoch der sogenannte Graubereich: Rund 20 % der Befragten äußern sich ambivalent gegenüber rechtsextremen Aussagen – sie lehnen sie nicht klar ab, sondern lassen Spielraum. Diese Offenheit für autoritäre und menschenfeindliche Orientierungen ist eine zentrale Herausforderung für die Demokratie – und für die Bildungsarbeit.

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Literaturnobelpreisträger László Krasznahorkai und die Champions League der europäischen Literatur

Dr. Gerhard Schüsselbauer

Was man in der Schönheit einfangen sollte, ist das, was tückisch und unwiderstehlich ist.“ (László Krasznahorkai, Krieg und Krieg)

EU-ropa ist nicht nur der Binnenmarkt oder eine Rechtsgemeinschaft oder der phänomenal kommerzialisierte Fußball, sondern in der Wahrnehmung vieler Menschen ein kreativer Raum geistiger Frische. Vor allem die mannigfaltige Vielfalt europäischer Literatur ragt heraus. Europa ist der Kulturraum mit den mit Abstand meisten Nobelpreisen für Literatur. Für viele erfährt das Buch in diesen schwierigen Krisenzeiten gleichsam eine Renaissance. In der Champions League der schönen Literatur finden wir eine unglaubliche Fülle an horizonterweiternden Romanen.

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Learning from the Past and Shaping the Future – Stärkung der Beteiligung und Empowerment junger Menschen aus Europa

Dr. Gerhard Schüsselbauer, Viorela Chiper


„If you can’t change the world, change yourself!“ (The The, britische Alternativ-Rockband)
„Bringing the Ukraine Closer to the EU“ und „Learning from the Past and Shaping the Future“ – das sind die zwei Titel der internationalen Jugendaustauschprogramme, die über Erasmus+ finanziert der Jugendbeteiligung neuen Schwung und neue Impulse geben sollen. Der zweite Teil wurde organisiert von Viorela Chiper aus Târgu Neamţ.

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Putin testet Polen und die NATO. Trump eiert herum. Was heißt das für Europa?

Dr. Zbigniew Wilkiewicz

Vor knapp einer Woche hat Donald Trump dem von ihm im polnischen Wahlkampf unterstützten polnischen Staatspräsidenten Karol Nawrocki zugesichert, dass die USA hinter ihrem „wichtigsten Bundesgenossen“ in Europa stehen und keinesfalls an einen Truppenabbau der 10.000 in Polen stehenden amerikanischen Soldaten denken, dass im Gegenteil zukünftig sogar ein Aufwuchs möglich sei. Gleichzeitig ließ er verlauten, dass die USA beabsichtigen ihre Militärhilfe für die baltischen Staaten zu kürzen!

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Europa im Zangengriff von Trump und Putin? Polen hat die Wahl

Dr. Zbigniew Wilkiewicz

Europa und die EU befinden sich spätestens seit der Wiederwahl von Donald Trump im Zangengriff zweier Großmächte, die einvernehmlich die über Jahrzehnte geltende regelbasierte Rechts- und Weltordnung aus den Angeln heben. Während Russland schon seit dem Amtsantritt Putins dabei ist, die westliche Welt zu spalten und sich dabei

brutalster, auf Erpressung und Gewalt basierender

Methoden bedient, ohne sich um geltendes Völkerrecht und verbindliche Menschenrechtsvereinbarungen zu kümmern, sind die USA erst seit der Wiederwahl Trumps ganz offen und rücksichtslos dabei, es Putin gleichzutun und sich endgültig von dem in der EU verbindlichen westlichen Wertekanon abzuwenden.

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Erfolgreicher Peacemaker und Geldeintreiber?

Dr. Zbigniew Wilkiewicz

Nicht erst seit dem gestrigen skandalträchtigen Auftritt von US-Präsident Trump und seinem Adlatus JD Vance verstärkt sich überall in der Welt der Eindruck, dass die aktuelle amerikanische Administration nicht nur die demokratischen Institutionen in den USA schleift und sämtliche staatliche Strukturen zertrümmert, sondern dass ihre Protagonisten – eine kleine Gruppe von steinreichen Oligarchen – in ureigenstem Wirtschaftsinteresse bemüht sind, die bisherige regelbasierte Weltordnung zu zerstören.

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Quo vadis Europa?

Dr. Zbigniew Wilkiewicz

Wenn der polnische Ministerpräsident Donald Tusk aus Anlass der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Polen am 22.01.2025 in seiner Ansprache vor dem Europäischem Parlament in Anspielung auf die erste Zeile der polnischen Nationalhymne formulierte, dass „Europa nicht verloren sei, so lange wir leben“ und etwas später hervorhob, dass „Europa groß war, groß ist und groß sein wird“, dann war das auch eine Reaktion auf das MAGA-Projekt Donald Trumps, das sich nach dem am 20. Januar erfolgten Amtsantritt des neuen alten Präsidenten der USA nun drastisch zu realisieren beginnt und die Weltöffentlichkeit fast tagtäglich mit schockierenden Neuigkeiten überzieht.

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