Balkanideen

[mg] Während der Sommerpause kümmern wir uns am GESW um neue Seminarformate und Projekte für das nächste Jahr. Das betrifft alle inhaltlichen Schwerpunkte des Hauses. Ein größer angelegtes Format ist im Bereich der Internationalen Begegnungen angesiedelt: Wir machen Pläne für Begegnungen zwischen Deutschland und Bosnien und Herzegowina.

Wasserfall bei Martin Brod

Wir hatten ja bereits von den neu entstehenden Verbindungen auf den Balkan berichtet. Zu den spannenden Erkenntnissen aus vielen Gesprächen mit Akteur*innen der Zivilgesellschaft vor Ort gehört, dass es eine gewisse Müdigkeit im Bereich der Versöhnungsarbeit gibt. Kolleg*innen vor Ort sprachen von der „Seminarmafia“ – Jugendlichen, die jede Veranstaltung der politischen Bildung aufsuchen, so lange sie nur finanziell gut gefördert ist und an einem ansprechenden Ort durchgeführt wird. Fraglich ist dann, wieviele solche Seminare man braucht, um sich zu versöhnen und ab wann man nur noch an den Projekten teilnimmt, weil man nette Leute kennen lernt und weil es auf dem Lebenslauf gut aussieht.

Bibliothek von Sarajevo

Um also nicht auf diesen Zug aufzuspringen, schlagen wir thematisch ein anderes Kapitel auf und planen unser Projekt im Bereich des interreligiösen Dialogs. In Bosnien und Herzegowina ist das Zusammenleben von katholischen und orthodoxen Christen mit dem Islam ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor – und es berührt natürlich auch die jüngste grausame Geschichte des Landes. Immerhin liegt der Genozid im Massaker von Srebrenica, in dem etwa 8000 Bosniaken getötet wurden, erst 22 Jahre zurück. Auch in Deutschland sind Fragen der Ökumene und des Religionskontakts von anhaltender Brisanz. Im Jubiläumsjahr der Reformation werden katholische und protestantische Kirchentradition neu in Bezug gesetzt. Aber auch der Islam prägt Einanderungsgesellschaft nicht zuletzt vor dem Hintergrund der vielen Asylbewerber*innen im Land. 

Wie in beiden Ländern mit Religion, Religiosität, verschiedenen Konfessionen und Glaubensrichtungen und mit religiösen Traditionen umgegangen wird, das wollen wir zum Thema machen. Wir freuen uns darauf, in Bälde detaillierter über unsere Pläne zu berichten.

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